Lifestyle – Beziehung 

Hinhalten und falsche Hoffnung machen sind in

Ein bekanntes Verhalten bekommt einen neuer Begriff: Nach Ghosting gilt das Benching als zeitgenössische Bezeichnung für Hinhalten beim Dating. 

Nicola Erdmann beschreibt es so: Hinter dem Wort steckt ein altes Beziehungsmuster. Beim Benching hält einer den anderen hin, hält ihn warm, meldet sich in Abständen, die eigentlich zu lang für einen respektvollen und interessierten Umgang sind, aber gerade noch kurz genug, um den anderen nicht völlig zu verprellen. Die Wortschöpfung ergibt sich dabei aus dem englischen “bench”, Bank, man schiebt einen Menschen auf die lange Bank, die Wartebank und vor allem: die Ersatzbank.Typische Benching-Nachrichten lauten dann etwa: “Wie geht es dir? Ich hatte so wahnsinnig viel zu tun! Aber beim nächsten Mal erzählst du mir von deinem Urlaub.” Die drei zentralen Bestandteile: Vermeintliches Interesse am anderen, eine Entschuldigung für die lange Sendepause, die Aussicht auf ein baldiges Treffen. Das vielleicht stattfindet, meist aber eben nicht.

Nur ein schicker, englischer Begriff? 

Kennen wir alle, machen wir alle und es wurde schon mit uns gemacht. Weil man sich damit Möglichkeiten offenhält, für schlechte Zeiten, sich nicht festlegen muss, das übliche Generation Y-Mingle-Ding eben. Warum ist es dann jetzt plötzlich Thema, nur weil es mit einem schicken englischen Begriff versehen ist?

Genauso wie aus “Sich einfach nicht mehr melden” vor einiger Zeit “Ghosting” wurde und mit der Bezeichnung zum Zeitgeistphänomen aufstieg – dabei ist beides, benching und ghosting, einfach ein Verhalten, das nicht nett ist, nicht sozial, feige und schwach. Früher, jetzt, in Zukunft.

Wie wäre es mal mit “truthing”?

Doch solche Begriffe bieten endlich Schubladen für dieses unangenehme Gefühl, dass das was man da macht oder das, was mit einem passiert, nicht in Ordnung ist. Definitionen mithilfe solch urbaner Wortschöpfungen machen klar, was unklar ist, sie helfen dabei, ein Verhalten einzuordnen, das sonst nur ein vages, schales Gefühl zurücklässt. Gleichzeitig werden sie so leider fast lifestylig aufgewertet, “ich benche” klingt gar nicht so schlimm wie “ich mache jemandem seit Monaten falsche Hoffnungen”.

Am Ende bleibt sowieso nur ein Weg: Klare Verhältnisse in Sachen “dich will ich, dich will ich nicht” schaffen. Thruthing, sprich Wahrheit, war selten beliebt bei speziellen Typen im dating Game. 

Advertisements

One thought on “Lifestyle – Beziehung 

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s